Albanien
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War die Grenzregion von Montenegro schon spannend, war es aber doch nur ein Klacks gegen die Albanische Seite. Der Grenzübertritt selbst war wider erwarten schnell erledigt. Obwohl einige LKWs vor uns waren, hatte man uns freundlich vor gewinkt und wir waren bereits nach ein paar Minuten in Albanien. Das erste Schild (unten links)ist schon mal sehr vertrauenserweckend. Aber die Lage täuscht, der Teerstreifen, ist wirklich nur ein Streifen und hört nach ein paar Metern hinter der Grenze auf (und kam auch bis zum nächsten ca. 40km entfernten Ort Shkoder nicht wieder zum Vorschein.

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Stattdessen gab es feinste Schlaglochpiste, die oft nur weniger als Schrittgeschwindigkeit erlaubte. Wir hatten zuerst einen Österreichischen LKW vor uns, der aber so langsam fuhr, dass sogar wir ihn nach ein paar Kilometern überholt haben. Allerdings ist die Beanspruchung an das Fahrzeug und alles was drin und dran ist schon enorm. Ein Fahren mit einem normalen Wohnmobil ist hier nahezu unvorstellbar. Da gibt es schon mal Bodenwellen oder Schlaglöcher, da passt auch ein ganzer LKW-Reifen rein.

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Das fahren dort war so anstrengend, dass ich auf der hälfte der Strecke erst mal eine Pause brauchte. Also, wer es nicht glaubt, das ist eine der  Hauptverkehrsverbindungen nach Montenegro. Auf dieser Straße hatten wir eine Durchschnittsgeschwindigkeit von doch sage und schreibe 18km/h.  D. h. für die 40km bis nach Shkoder brauchten wir inkl. kurzer Pause doch über 3 Stunden. Das war bisher unser Geschwindigkeitsrekord (im Langsamfahren). Es sollte aber noch besser kommen, dazu aber später mehr.

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Die Geschwindigkeitsbeschränkung von 30km/h auf dem linken Bild hatten uns sehr amüsiert, so schnell fährt hier keiner. Die einspurige Holzbrücke, über die auch 40 Tonner LKW rumpeln, ist mit den 5km/h schon ganz gut beschildert.

Die Aussicht von unserem Pausenplatz aus war sehr interessant, zumal wer und was hier alles vorbei fährt und zum Anderen was bei der Werkstatt gegenüber sich so alles ansammelt. da lagen wohl die Auspuffanlagen der letzten 20 Jahre auf dem Dach. Die Werkstatt war übrigens in Betrieb und gut frequentiert. auf dem Hof gab es aber kein Auto, das noch alle vier Reifen hatte. Eine andere Werkstatt hatte nicht soviel zu tun, wohl aber auch keine Zeit mal den Hof aufzuräumen.

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Hier aber erst mal ein paar nette Fahrzeuge von der Straße:

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Die alten Mercedes, wie oben auf dem Bild, machen ca. 80% der Fahrzeuge in Albanien aus und sind gut und gern 30 Jahre alt. Wieviel Kilometer sie auf dem Buckel haben, kann man sich nur noch ausmalen.

Unterwegs boten sich uns noch ein paar beeindruckend (schreckliche) Bilder, leider liegt wieder überall Müll rum, in Albanien aber nochmals mit einer drastischen Zunahme gegenüber den vorangegangenen Ländern.

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Der Fluss unten enthält kein Wasser, dafür ist er aber voll mit Müll. Alles was man hier sehen kann ist Müll, Das Gleiche auch um dieses Denkmal. Nur Müll, sonst nichts. D.h. ein paar Schweine und eine alte Frau sind auch dort gewesen.

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Nach dem Ort Shkoder besserte sich die Straße ein bisschen und auch alles drumrum etwas. Die Straße war nun geteert, aber so oft geflickt und so buckelig, das wir auch nicht schneller fahren konnten, als ohne Teerbelag. Hier war aber plötzlich überhaupt kein Verkehr mehr. Wir hatten über Stunden nur noch drei Fahrzeuge gesehen. Unser Navi hatte uns wegen fehlender Karteninformationen im Stich gelassen und unsere Papierkarten hatten auch nur die Hauptstraßen eingezeichnet und nicht mal diese stimmten. Wie wir später erfuhren, gibt es derzeit keine aktuelle und verlässliche Straßenkarte von Albanien. Also war erst mal Navigation mit erfragen angesagt. Spannend, wenn derjenige den man fragt, zum ersten mal eine Straßenkarte sieht und keine Ahnung hat, wo man sich befindet. Aber irgendwie mit viel Glück und mit Unterstützung eines Pfarrers, den ich am Wegrand gefragt hatte, fanden wir unseren Weg dann doch noch.

Wie wir von Marc erfahren haben (er war vor drei Jahren mit ein paar Freunden hier), gibt es einen Fluß, auf dem man eine sehr schöne Fahrt mit einer kleinen Fähre machen kann. Die wollten wir auch machen, hatten von ihm aber auch eben nur eine grobe Kartenübersicht bekommen, wo die Fährstelle sein soll. Aber wie gesagt, mit viel Glück und ein paarmal Nachfragen haben wir unser Ziel doch gefunden.

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Direkt bevor man zu der Fähre kommt, gibt es einen sehr engen Tunnel als Zubringer. Der Tunnel ist natürlich einspurig. Zuerst fahren alle Fahrzeuge, die von der Fähre kommen, durch den Tunnel. Diejenigen, die auf die Fähre wollen, müssen unten bei einer Brücke warten, bis alle durch sind. Glücklicherweise hatte ein schlauer Mann einen Campingplatz direkt unter der Brücke gebaut. So konnten wir unsere erste Nacht auf dem wohl einzigen (?) Campingplatz in Albanien verbringen.

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Hier treffen sich dann wohl immer mal ein paar Touristen, die am nächsten Tag mit der Fähre fahren wollen. Wir trafen diese nette Familie aus Graz, mit denen wir einen sehr lustigen Abend verbrachten.

Auch ein nettes Paar aus Wien, die mit ihrem Landy unterwegs waren, haben wir auf der Fähre kennengelernt.

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Dann ging es los. Der Mann vom Campingplatz hatte mit der Fährstation telefoniert und gab uns Bescheid, wann wir starten konnten. Die Militärwachen winkten uns vor allen anderen durch, und schon ging es hoch auf den Berg und durch den Tunnel, bei dem man erst man nicht glaubt, dass man mit dem LKW durch kommt. Aber es ging gut und schon waren wir auf der Fähre. PS: der LKW im linken Bild hatte es wohl nicht geschafft.

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Und dann kam mit das schönste, was wir in der Zeit, in der wir jetzt auf Reisen sind, gesehen haben. Atemberaubende Landschaft mit einer unglaublichen Weite, wie wir sie sonst bisher noch nirgendwo gesehen haben.

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Die Fahrt mit der Fähre dauerte über zwei Stunden. Man glaubt nicht, wie lange diese Schlucht ist. Für unsere Begriffe mindestens genauso imposant und atemberaubend wie die Fjorde, die wir in Norwegen gesehen haben. Und das ganze bei schönstem Wetter und ohne jeglichen Trubel. Einfach nur Traumhaft!

 Die Fähre verbindet zwei Bergstrassen miteinander, die ohne die Fähre nur mit riesen Umwegen fahrbar wären. Wir kamen Mittags um 12:00 Uhr bei der zweiten Fährstelle an und haben  uns dann aufgemacht, eben diese andere Bergstrasse bis zum Ende in die nächste Ortschaft zu fahren. Was für eine Aufgabe, die wir uns da (unwissentlich) gesetzt haben.
Jetzt kam eine Strasse, deren Asphaltbelag eigentlich ganz gut war, aber die sich dermaßen um die Berge geschlängelt hat, dass wir mit den tausend Kehren und Kurven eine sagenhafte Durchschnittsgeschwindigkeit von 13km/h gemacht haben. Das war Rekord, weniger kann man nur zu Fuß machen! Dabei sind wir gefahren was die Kiste hergegeben hat. Mehr war auf dieser Passstraße einfach nicht drin. Hier ein Abbild vom Navi, das erahnen lässt wie die Straße aussah.  Wir haben für die 100km über 8 Stunden gebraucht.

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Wir waren schon der Meinung wir kommen hier nie mehr raus, das ist eine Endlosschleife mit Kurven.

Hier noch ein paar Bilder von der Umgebung und der Weite der Landschaft:

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Unsere Grazer Bekanntschaft vom letzten Abend hatte dann noch eine Reifenpanne. Zum Glück kamen wir noch als Lumpensammler daher und konnten mit unserem Werkzeug weiterhelfen.

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Wir sind spät abends in Kukes eingetroffen, unserem Etappenziel. Die Stadt fanden wir grauenhaft. Hier sah es aus, als wäre der letzte Krieg erst gestern zu Ende gegangen. Wir haben hier auf weitere Fotos verzichtet. In der Dunkelheit wären die eh nichts geworden.

Wir fuhren deshalb wieder aus der Stadt heraus. Für uns beide war ganz klar: hier bleiben wir nicht über Nacht! Ein paar Kilometer hinter der Stadt, in eigentlich völlig falscher Richtung, kam an einer Brücke ein doch sehr ansprechendes Restaurant. Das war unsere Chance. Wir fragten, ob wir auf dem Hof nach einem Abendessen über Nacht bleiben dürfen. Wie sich bereits nach einem halben Satz herausstellte, hatte einer der Angestellten in Deutschland gearbeitet und sprach ein wenig Deutsch. So konnten wir schnell unser Vorhaben erklären und natürlich unser Abendessen bestellen. Karte gab es keine, nur Fisch oder Fleisch hieß es. Salat und Pommes dazu. Perfekt nach so einem Tag und bleiben können wir über Nacht natürlich auch. Das Abendessen war Klasse, es gab für jeden drei kleine Forellen mit einer Menge an Pommes und Salat. Das Bild rechts hatten wir am Morgen drauf aufgenommen. Was für eine Aussicht, oder?

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Beim Frühstück legten wir noch die Strecke für den heutigen Tag fest. Zur Auswahl stand die Hauptstraße weiter Richtung Kosovo und dann nach Mazedonien. Das war die schnelle Alternative. Oder die kleine Straße Richtung Süden, weiter entlang der Schlucht und dann direkt nach Mazedonien. Dort kämen wir dann an zwei großen Seen nahe der Städte Struga und Orchid raus. Bis dahin waren es aber mehr als 200km und bei dem Schnitt, den wir in den letzten Tagen gefahren haben, hieß das zwei oder vielleicht sogar drei Tage.

Wir entschlossen uns für die kleine Strecke direkt nach Mazedonien. Wir wollten einfach noch mehr von Albanien sehen. Die Schlucht haben wir uns schön vorgestellt und die kleine Straße zu fahren, soll ein kleines Abenteuer sein. Kurz nach dem losfahren und keine 10km hinter der Stadt hörte natürlich der Asphalt wieder auf und grobe Schotterstraße begrüßte uns wieder. Dazu ging es noch durch super enge Dörfer und ein paar richtig steile Auffahrten mit Kehren waren auch gleich dabei. Aber mit Allrad und Geländeuntersetzung war das kein größeres Problem. Das wirkliche Problem war, dass alles in den Schränken völlig durcheinander fiel, schepperte und klapperte. Also haben wir erst mal angehalten und alle Dinge in den Schränken mit Handtüchern, T-Shirts usw. so gut wie möglich fixiert und gepolstert. Dann ging es weiter, jetzt ohne Lärm aus der Box.

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Ein paar nette Steigungen oder Gefälle mit ca. 20% hatten wir auch mit dabei. Und immer wieder Baustellen. da heißt es auch schon mal aussteigen und einfach nur warten, bis die Arbeiter soweit sind, das man durchfahren kann. Bild unten links: die verbleibende Spur war gerade so breit, wie unser LKW. Der Graben daneben war tief und völlig unbefestigt. Da wird dann LKW-fahren zur Millimeter-Arbeit.

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Unterwegs trafen wir auf eine Gruppe Offroader, die mit ihren Jeeps die Gegend unsicher machten. Ganz nette Fahrzeuge!

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Wir waren absolut fasziniert, über solch eine schöne Gegend, die fast keine Grenzen kennt.

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Irgendwo unterwegs hätten wir abzweigen sollen, um im Flußtal, anstatt oben auf der Passstraße weiter zu fahren. Beide Straßen laufen fast parallel zueinander und kommen am gleichen Ort raus. Für die Abzweigung waren unsere Karteninformationen aber einfach zu schlecht. Auch mit Fragen kamen wir diesmal nicht weiter. Da die Straße, die wir fuhren auch zu dem Ort führt, zu dem wir wollen, entschlossen wir uns nicht umzudrehen und eben die Passstraße weiter zu fahren. Ein Großteil der Passstraße war schon fertig asphaltiert, so dass wir wider erwarten viel schneller waren. Die 200km zur Grenze nach Mazedonien hatten wir abends um 17:00 bereits hinter uns. Eigentlich wollten wir noch länger in Albanien bleiben, aber jetzt standen wir halt schon an der Mazedonischen Grenze.

Was für ein Land, super schöne nicht enden wollende Landschaften, ganz ganz nette und hilfsbereite Menschen. Mit Englisch und Deutsch kam man fast immer weiter, Italienisch wäre ab und zu noch hilfreich gewesen. Und nachdem die Albaner alle Mercedes-Fans sind, haben die unseren UHU überall mit Begeisterung aufgenommen. Sogar ein Polizist, der uns gerade zurechtweisen wollte, dass wir mit einem LKW in der Innenstadt nicht fahren dürften, meinte, nachdem wir sagten, dass wir eine Bank suchten: “Na ja, jetzt seid ihr schon da, da drüben ist die Bank”.

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Alle Bilder von Albanien

 

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