Finnland
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Willkommen in Finnland. Was für ein Wetter, 25 Grad und Sonnenschein. Und was für ein Campingplatz! Bei dem kleinen Ort Pargas, ca. 20km von Turku entfernt, an dem wir mit der Fähre von Stockholm ankamen, haben wir einen sehr schönen, absolut idyllischen Campingplatz gefunden. Die meisten Stellplätze waren in Waldschneisen, so ist jeder quasi für sich alleine. Absolut ein Traumplatz.
Der Platz war zudem noch unmittelbar am Wasser, eine der unzähligen Buchten der finnischen Schären. Am nächsten Tag sind wir gleich mal mit den Kajaks zum Paddeln gegangen und haben uns die Gegend etwas genauer angeschaut. 

0869 Finnland Pargas Stellplatz0870 Finnland Pargas Stellplatz

0872 Finnland Pargas CP0873 Finnland Pargas Strand

Was wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht wussten war, dass am nächsten Tag hier ein Motorradtreffen stattfinden soll. Am Freitag Vormittag wurden wir sodann gleich von ein paar Sicherheitskräften und Organisatoren empfangen. Da war dann auch gleich klar, das sich hier nicht nur ein paar Motorradfahrer treffen werden, sondern wohl Hunderte. So war es dann auch, den ganzen Tag kamen Motorräder (alle aus Finnland) und am Abend waren es wohl schon ein paar Hundert. Ein paar Rockerclubs waren auch mit darunter, aber alle friedlich und freundlich. Direkt an der Einfahrt zum Campingplatz waren eine Bühne und ein paar Zelte aufgebaut worden. Ich wollte ja noch die Internetseite von Schweden und Norwegen fertigstellen, also suchte ich mir einen Platz etwas am Rand des ganzen Getümmels. Nachdem aber dann auch noch die Band angefangen hatte ZZ-Top Lieder zu spielen, war an Reiseberichtseiten schreiben nicht mehr zu denken. Also Laptop zu, Caro geholt und rein ins Vergnügen. Die Bands, ich glaube es waren drei verschiedene, waren allesamt sehr gut und spielten überwiegend Rock´n´Roll. Als Tanzfläche diente einfach eine große Wiese zwischen Bühne und Zelt. Zu späterer Stunden hatten es einige allerdings sichtbar etwas schwer sich auf den Beinen zu halten, geschweige denn an den Takt der Musik.
Nachdem das Fest über drei Tage gehen soll, wurde uns der Trubel am nächsten Tag dann doch zuviel und wir beschlossen, uns eine etwas ruhigere Umgebung zu suchen. Leider hatten wir uns nicht getraut, die ganze Meute nach dem doch etwas feuchten Vorabend, beim Verlassen des Campingplatzes zu filmen. Leider deswegen, da die Gesichter, die uns anschauten, als wir mit dem UHU ums Eck kamen, einfach unbeschreiblich waren. Ich glaube, die dachten wir kommen vom Mars, oder so. Zumindest hatten sie so geschaut. Der eine oder andere vermutete, das da wohl irgendwelche üblen Drogen gestern in seinem Bier waren. Es war auf jeden Fall einfach zum Schießen, was sich uns da so bot. Wie gesagt, leider leider haben wir dies nicht auf Fotos oder Video. Wir selbst ärgern uns dabei mit Sicherheit am meisten. Aber hier noch ein paar Impressionen vom Fest, bzw. vom Campingplatz:

0874 Pargas Motorradtreffen0875 Pargas Motorradtreffen

0876 Pargas Motorradtreffen0877 Pargas Motorradtreffen

Hier noch ein Video vom Festival:  

Wir wollten uns noch, bevor wir weiterfahren, die Stadt Turku anschauen. Als wir bei der Ankunft mit der Fähre kurz durchfuhren, ist uns ein Biergarten aufgefallen, den wir dann doch unbedingt noch besuchen wollten. Also gesagt, getan. Auf nach Turku und den Biergarten suchen. Nachdem die Stadt nicht so groß ist, war das auch nicht schwierig, wir hatten ihn gleich wiedergefunden. Allerdings war das Angebot an Getränken und Essen nicht so verlockend, dass wir beschlossen, uns noch die anderen Lokale der Stadt anzuschauen. Dabei sind wir den Fluß der mitten durch die Stadt führt entlang gegangen und haben sehr viele schöne Restaurants und Cafes gefunden, teilweise auf alten Schiffen, wie wir sie auch schon in anderen Städten gesehen haben. 

0879 Turku0880 Turku

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Allerdings sind die Preise kaum zu bezahlen, so haben wir uns weiter in Richtung Innenstadt aufgemacht, wo es dann auch wieder bezahlbarer wurde. Generell sind die Preise für Essen und Trinken in Finnland sehr hoch. Nicht ganz so schlimm wie in Norwegen, aber 40 Euro für zwei Toast´s und zwei Cider sind durchaus gängig. Nachdem wir uns in einem schönen Cafe in der Innenstadt gestärkt hatten, sind wir dann weiter zu unserem eigentlichen Ziel, nach Tammisaari. Tammisaari bzw. der 30 km entfernte Ort Hanko ist der südlichste Punkt von Finnland. Eigentlich wollten wir nicht schon wieder auf einen Campingplatz, sondern irgendwo in freier Natur übernachten. Wir fanden aber keinen geeigneten Stellplatz, so blieb nur wieder ein Campingplatz über. Neben uns auf dem Campingplatz stand ein noch viel größerer (eigentlich nur viel längerer) Mercedes Wohnmobilumbau. Jukka und Anita aus Finnland wohnen, zumindest zeitweise, darin. Jukka ist Philosophie-Professor und unterrichtet an div. Universitäten, auch in Deutschland, wo er dann mit seinem Wohnmobil hinfährt. Sie luden uns, nach erstem Austausch über div. Umbaumaßnahmen am Fahrzeug, zu einem Glas Wein zu sich ein, dem wir auch gleich am nächsten Tag folgten. Wir diskutierten über Gott und die Welt, Wohnmobilumbauten und Kajaks. Beide waren auch begeisterte Kajak-Fahrer. So dauerte das Glas Wein von 11:00 Vormittags bis zum späten Nachmittag. Es hat sehr viel Spaß gemacht und wir haben auch viel über Land und Leute gelernt. Die beiden wollten am nächsten Tag dann weiter ein paar Freunde besuchen. somit mussten wir uns schon wieder verabschieden. Wir bekamen noch haufenweise Tipps, die es zum Anschauen lohnt, perfekte Stellplätze usw. zum Abschied. 

0891 Tammisaari0898 Tammisaari Stellplatznachbar

0893 Tammisaari Cafe m engl Garten0897 Tammisaari

Wir fanden ein kleines Cafe in Tammisaari, betrieben von einer älteren Engländerin. Sie lebte in dem Cafe, wo sie auch gleichzeitig alte Englische Möbel verkauft und draußen einen bezaubernden Garten hatte, das ganze Haus und der Garten dienten als Cafe. Auch von ihr erfuhren wir einiges Wissenswertes über Finnische Sitten und Gebräuche.

 Auf dem Weg nach Helsinki wählten wir eine ganz kleine Straße entlang der Küste, die als Kungsvägen (Königsweg) ausgeschildert war. Die Strasse war nur teilweise geteert und mehr Kurven hätten man nicht mehr untergebracht, ein Traum für jeden Motorradfahrer. Mit dem UHU war es dann schon ein bisschen schwieriger, die viele Kurbelerei hat aber trotzdem viel Spaß gemacht. Vor allen Dingen ging es teilweise stark berauf und bergab, eine Kurve kam direkt hinter einer Kuppe, da gibts dann schon mal echtes Achterbahn-Feeling. Zwischendrin kam plötzlich ein kleines Cafe mit Museum und dahinter eine alte kleine schwedische Siedlung. Hier hat man von Schweden Eisen hertransportiert, dort verarbeitet und dann wieder zurück nach Schweden. Grund war die günstige Lage an einem Wasserfall, der die Maschinen für die Eisenverarbeitung antrieb. Finnland hat erst vor ein paar Jahren das Dorf wieder aufbauen lassen, inkl. einem Herrenhaus und kleinem Park. Es war sehr gut diese kleine Strasse zu wählen und hier einen Stopp zu machen.

 0900 Kungsvägen schwed Dorf0902 Kungsvägen schwed Dorf

0903 Kungsvägen schwed Dorf Herrenhaus0906 Kungsvägen schwed Dorf

Angekommen in Helsinki hatten wir einen freien Stellplatz mitten in der Stadt gefunden, direkt auf dem Parkplatz vom Olympiastadion. Wir hatten uns einen Platz am Rand erkämpft, direkt neben einem kleinen Hügel, so standen wir nicht mitten auf dem Parkplatz. Idyllisch war es nicht, dafür kostenlos und mitten in der Stadt. also gleich mal die Fahrräder runter und los. Wir hatten zwar die Kamera dabei, aber der Akku war noch im Auto beim Laden. Somit musste das iPhone als Kamera-Ersatz herhalten. Bei so einem strahlend blauen Himmel muss man einfach ein paar Fotos machen:

0919 Helsinki Uspenskin Kathedrale0928 Helskini Dom

Damit waren auch die zwei Hauptattraktionen bereits im Kasten. Für einen ersten Eindruck war der abendliche Fahrradausflug aber ganz ok.

Am nächsten Tag sind wir zu den alten Markthallen, von denen es drei in der Stadt gibt. Heute sind die Hallen reine Ess-Tempel  Bei der Auswahl konnten wir auch nicht widerstehen und haben erst mal ein Mittagspäuschen eingelegt. 

 0910 Helsinki alte Markthalle0911 Helsinki alte Markthalle

Danach sind wir über den Marktplatz, bei dem grüne Bohnen als Snacks angeboten werden, weiter zur bekannten orthodoxen Upenski-Kathedrale von 1868. Die Kathedrale hat vierzehn vergoldete Türme, der Innenraum ist im byzantinischen Stil gehalten.

0914 Helsinki Marktplatz0916 Helsinki Markt

0918 Helsinki Uspenskin Kathedrale 0921 Helsinki Uspenskin Kathedrale

Am Senatsplatz vor dem Dom hat sich ein Pianist niedergelassen und eigen-komponierte klassische Musik gespielt. Was für ein Rahmen für einen Stadtmusikanten. Wie sich herausstellte war der Pianist ein Friseur aus Konstanz, der seiner Leidenschaft Klavier zu spielen nachgeht und eine Rundreise um die Ostsee macht, bei der er durch Helsinki, Stockholm, Oslo, Riga, Tallin, usw. kommt. Auf jeden Fall spielte er so gut, dass wir ihm gleich eine CD abkauften. Die 10€ für die CD waren gut investiert, absolut hörenswert.

0923 Helsinki Dom Senatsplatz0927 Helsinki Dom Orgel

Ein Eis musste es auch noch sein, bevor es weiterging zu den Esplanaden, für meine Begriffe einer der schönsten Plätze in Helsinki. Hier ist immer etwas los. Wir sind in den drei Tagen, in denen wir in Helsinki waren, bestimmt fünf-sechs mal über diesen Platz gegangen und es spielte immer eine andere Band hier. Man setzt sich einfach ins Gras und lauscht den Klängen. Bei uns waren Jazz und Blues-Künstler am Werk. Perfekt!

0925 Helsinki Senatsplatz0932 Helsinki

Schöne Gebäude gab es auch, wenn auch nicht so viele wie in anderen Städten. Die Stadt hat ein sehr angenehmes Flair im Zentrum, das aber nach unserer Ansicht in den Bezirken weiter draußen verloren geht. Somit bleibt eigentlich nur der kleine Innenstadtbereich, der aber sehr sehenswert und voll von Musik ist. 

Im lokalen “was ist los”-Guide stand, dass ein internationaler Segelwettbewerb stattfindet, zu dem wir natürlich unbedingt wollten. Es war sehr schön den Seglern zuzuschauen, soweit man vom Ufer mit Fernglas überhaupt etwas erkennen konnte. Die Klassen, die wir gesehen haben, waren einmal 47er und 470er. Da gehts ganz schön zur Sache. Weiter draußen waren wohl auch noch die Großen am Start, von denen bekam man aber leider nichts mit. Man hätte bestimmt noch viel länger in der Stadt bleiben können, aber wir wollten uns noch die schöne Seen-Gegend entlang der Russischen Grenze anschauen, die uns Jukka so herzlich empfohlen hatte, bevor wir nach St. Petersburg aufbrechen.

0931 Helsinki0937 Helsinki Regatta

Und da sind sie, die Seen im unteren Bereich von Finnisch Karelien. Jukka hatte nicht übertrieben, hier ist es richtig schön. Viel Landschaft, noch mehr Seen, traumhafte Buchten, kleine Dörfer und schöne kleine Sträßchen.

0965 Savonlinna Seengebiet0968 Savonlinna Seengebiet

Bei einem Stopp in Lappeenranta sind wir auf eine Sandburg gestoßen, wie der Name schon sagt, komplett aus Sand. Sehenswert.

0942 Lappreenranta Sandburgen0943 Lappreenranta Sandburgen

0944 Lappreenranta Sandburgen0946 Lappreenranta Sandburgen

Und noch ein Treffen von Finnischen Veteranen mit ihren alten Ural-Motorrädern.

0950 Lappreenranta Ural Treffen0955 Lappreenranta Ural Treffen

0961 Lappreenranta Ural Treffen0970 Savonlinna Seengebiet

....was nicht jeden begeisterte und schon einen ersten Vorgeschmack auf Russland gibt.

Wir werden morgen (20.7.2011) über die Grenze nach Russland gehen, drückt uns die Daumen, dass alles klappt, denn mit eigenem LKW und ohne Hotel ist das für Russland schon sehr exotisch, was wir da machen. Wir melden uns in ca. zwei Wochen wieder, dann hoffentlich mit vielen Bildern und berichten aus St. Petersburg.

Alle Bilder von Finnland

 

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