Griechenland II
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Fortsetzung Griechenland Teil II:

Hier gehts zum Griechenland Teil I

Das von fränkischen Kreuzrittern 1249 an der Stelle des mittelalterlichen Sparta auf einem steilen Hügel gegründete Mystras fiel bereits 1262 an die Byzantiner und war die bedeutendste Stadt des Peloponnes und zu der Zeit der größte Widersacher zu Athen.
Mystras wuchs durch mehrere Umsiedlungen von Sparta zu einer Stadt mit 20000 Einwohnern. Die zahlreichen Kirchen und Klöster zeugen von einer ereignisreichen Geschichte, die Stadt war im Besitz von Byzantinern, Türken und Venezianern.

Unser Campingplatz war ca. 5km von den historischen Stätten entfernt und wir waren die einzigen Gäste zu dieser späten Jahreszeit. Wären wir nicht gekommen hätte der Campingplatz-Besitzer den Campingplatz für dieses Jahr zugesperrt. Obwohl es super Wetter mit angenehmen 25 Grad war. Der sehr nette Mann hat uns angeboten uns am nächsten Morgen zum Eingang zu fahren, von dort aus können durch die Anlage wandern und auch zurück zum Campingplatz. Man sollte sich gute vier Stunden Zeit nehmen für die 300 Höhenmeter, allerdings dürfen Hunde nicht mit hinein. Wir probierten es trotzdem mit unserem Hund. Über vier Stunden wollten wir sie nicht alleine lassen. Am unteren Eingangstor wurden wir gleich abgewiesen. Also dachten wir uns, dann machen wir eben eine Wanderung rund um die Anlage, so hat man eine super Sicht auf die schönen Gebäude, allerdings halt nur von der Ferne. Wir können es ja nochmal am oberen Tor probieren, ob wir mit Hund Einlass bekommen. Dort war man schon wesentlich freundlicher zu uns, was wohl daran lag, dass ein zufällig anwesender Archäologe einen Hund von der gleichen Rasse hat. Aber nach langer Diskussion mit der zuständigen Verwaltungsdame durften wir noch immer nicht hinein. Schade aber auch. Also haben wir unsere Wanderung rund um die Anlage fortgesetzt. Wir sind dann noch nach etlichen Kilometern in eine Sackgasse geraten, so hieß es dann den ganzen Weg zurück zu gehen. Es war gute 25 Grad warm und für uns drei ganz schön anstrengend, da das Gelände steil und ziemlich unwegsam war. Nach sechs Stunden waren wir dann endlich wieder im Ort zurück. Unsere kleine Hella hat dann keinen Quacks mehr gemacht. Hier ein paar Bilder von der alten festungsartigen Stadt, in der noch heute ein Kloster in Betrieb ist.

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Die Fahrt von und nach Mystras führte uns durch hohes Gebirge, vom Meeresspiegel bei Kalamata auf über 1300m und wieder zurück. Die Straße war zwar sehr gut, aber teilweise sehr steil und über die meiste Zeit so eng, dass bei Gegenverkehr angehalten werden muss.

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Unterwegs kauften wir bei einem kleinen Straßenhändler noch ganz viel Honig und Nüsse. Lecker mit griechischem Joghurt! Tags drauf fuhren wir den gleichen Weg wieder zurück und dann weiter in Richtung Pylos. Die Stadt liegt wieder am Meer in einer sehr schönen Bucht mit einer Insel vorgelagert. Die See ist somit in der Bucht sehr ruhig und super warm. Wir fanden einen sehr schönen Campingplatz, der zu unserer Überraschung fast voll ausgebucht war. Fast nur Deutsche, die meisten aus Bayern (Münchner, Rosenheimer, Augsburger, Regensburger und so weiter. Aber das sollte nicht die einzige Besonderheit des Platzes sein. Wir wurden gleich darauf hingewiesen, dass es sehr viele Mücken hat. Aber nur in der Zeit von 18:30 bis 20:30 Uhr. Davor und danach so gut wie keine. Einmal waren wir im Ort beim Einkaufen und haben die Zeit übersehen. Als wir uns dem Campingplatz so gegen 19:00 Uhr (also die gefährliche Zeit) näherten, starteten die Mücken einen Großangriff auf uns. Trotz fluchtartigem Laufen zum rettenden Auto hatte jeder von uns über 20 Stiche. Das juckt!

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Aber was macht man nicht für so einen Sonnenuntergang.

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Nach ein paar sehr schönen Tagen kamen dann zwei Regentage. Nein nicht einfach Regen, sondern Gewitter mit richtig starken Wolkenbrüchen, da waren sogar noch Tags drauf die Straßen wegen Überflutung gesperrt.

Ein Fluss ist etwas über die Straße getreten. Die rumstehenden Leute meinten, das müsste mit unserem LKW schon gehen. Alle Autos sind natürlich umgedreht. Zum durchgehen und testen wie tief das ist, war der Fluss zu reißend, also hilft nur ausprobieren. Nachdem unsere Werkzeugboxen am Heck unter Wasser waren, war es wohl ca. einen dreiviertel Meter tief. Spannend, aber letztendlich völlig problemlos. Hier das Video dazu.

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In der Nähe von Tholo fanden wir einen Campingplatz (leider nicht sehr gepflegt) mit einem ewig langen und breiten Strand. Nachdem wir ja schon weit in der Nachsaison sind, hatten wir auch den Strand für uns ganz alleine. Abgesehen von dem Müll der überall rumliegt, ein Traum. Zum leidigen Thema Müll komme ich noch später.

3103 GR Tholo3106 GR Tholo

Das Wetter war wieder gut, 25 Grad, etwas viel Wind und leider Abends schon sehr kalt. Nachts haben wir nun auch schon einstellige Temperaturen. Aber für stunden- und kilometerlange Spaziergänge mit Frau und Hund (anstatt Kind und Kegel) einfach perfekt.

Nachdem uns aber der Campingplatz, für das was er bot, zu teuer war, haben wir beschlossen unsere Essensvorräte aufzustocken und mal wieder an einem schönen Platz frei zu stehen. Nicht weit weg, bei Kakovatos sind wir fündig geworden. Der gleiche Strand, nur ohne Campingplatznachbarn und direktem Blick aufs Meer. Da kann man gleich ein paar Tage bleiben. 

3114 GR Kakovatos3116 GR Kakovatos

Für Hella muss das das Paradies sein, hier kann man ohne Leine frei rumlaufen und Spielkameraden gibt es auch einige. Darunter wilde Hunde, Hunde von Einheimischen, Hunde von ein paar weiter weg stehenden anderen Urlaubern. Und natürlich genug Müll zum aufstöbern und fressen (als ob sie bei uns nichts bekommen würde), also wahrlich ein Paradies.

Irgendwann braucht man dann doch mal etwas Abwechselung  zum Strandleben. So beschlossen wir zum nicht weit entfernten Olympia zu fahren. Hier fanden ja schon in der Antike sportliche Wettkämpfe statt und in der Neuzeit, genauer seit 1936, wird hier das Olympische Feuer angezündet.

Am besten haben uns die (leider nicht mehr vollständig vorhandenen) Zeus-Statuen gefallen, die ein Athlet bei nicht Einhaltung der Wettkampfregeln zahlen musste. Zusätzlich wurde sein Name in großen Lettern eingraviert, so dass jeder sehen konnte wer nicht fair kämpfte. Ich bin der Meinung, dass sollte man wieder einführen. Man stelle sich vor: Vor jedem Sportstadion Statuen mit all den Namen der Dopingsünder. Man vergisst heute zu schnell, was gestern gewesen ist (und wer nicht fair gekämpft hatte). Bei solchen Statuen würde man doch schnell wieder erinnert werden. Allerdings würden die Statuen heutzutage wahrscheinlich unendlich lange Alleen bilden.

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Danach ging es wieder an den Strand zurück, diesmal in eine ganz kleine Bucht, am Ende einer Straße, ein paar nette Häuser drumrum und eine Strandbar für uns ganz alleine (allerdings ohne Bedienung und den Tequila Sunrise musste man auch selbst mitbringen.

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3156 GR Katakolo

Zum Schluss unserer Griechenland / Peloponnes Rundreise sind wir zum angeblich schönsten Campingplatz Griechenlands gefahren: Ionion Beach bei Glifa. Das könnte gut stimmen, so eine gepflegte und hochwertige Campinganlage hatten wir bis dato (zumindest in Griechenland) noch nicht gesehen. Bilder haben wir aber nur vom Strand, wer fotografiert auch schon einen Campingplatz?

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Hier hatten wir noch ein paar Schweizer kennen gelernt, Esther, Karl und Larissa, kurz EsKaLa mit ihrem netten Gefährt von Bucher (Schweizer Militär-Ausstatter, mir bis dahin unbekannt). Ich hoffe ihr seid gut zuhause angekommen, vielleicht sieht man sich ja mal wieder.

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So, das wars von unserem eigentlichen Reiseziel Griechenland, wir sind nun auf dem Weg nach Patras. Wir hoffen die Fähre nach Venedig zu bekommen, nach all den Streik-Querelen in den letzten Tagen. Wir hatten von den Streiks nicht allzuviel mitbekommen, außer dass es keinen Sprit mehr an den Tankstellen gab, die Fähren nicht fuhren, und der Müll nicht abgeholt wurde. Die großen Proteste waren wohl nur in den Großstädten.

Zum Schluß noch ein kritisches Wort, Thema Müll:
Wir kannten Griechenland bisher nur weitestgehend von den touristisch stark frequentierten Inseln. Die Inseln sind, so weit wie wir sie kennen, gepflegt und auch sauber. Aber das Festland und der Peloponnes von Griechenland - wow. Wir waren ja schon einiges gewöhnt von Kroatien, Montenegro und Albanien. Aber hier scheint jeder seinen Müll einfach auf die Straße, in den Wald, an den Strand oder sonst wo hin zu kippen. Wir hatten uns mit Deutschen unterhalten, die hier seit über 10 Jahren wohnen. Die sagten uns, das es völlig normal sei, seinen Müll so zu “entsorgen”, obwohl es eine funktionierende Müllabfuhr gibt und auch so Dinge wie Sonder-, oder Sperrmüll. Aber hier werden Bauschutt, Möbel, Kühlschränke und auch alle Arten von Problemmüll einfach ums Eck weggeschmissen. Es scheint aber auch niemanden (Einheimischen) zu stören, dass hier überall die Müllberge sind. Griechen wacht auf, ihr erstickt irgendwann in eurem eignen Müll. Ich weis, dass es im Moment andere Probleme gibt. Aber hier liegen Waschmaschinen und Kühlschränke rum, die bestimmt schon vor 10 Jahren weggeschmissen wurden!
Aber auch das ganze wirtschaftliche Niveau liegt auf einer Ebene, die wir so nie erwartet hätten. Ohne es gezählt zu haben, aber jeder zweite Gewerberaum steht leer (bzw. ist mit Müll vollgestopft). Es gibt unwahrscheinlich viele Neubau-Ruinen, die nie fertiggestellt wurden. Wo man hinschaut Fehlplanungen. Wir sind hier am Peloponnes durch Dörfer gefahren, die sich nicht viel, wenn überhaupt, von Albanischen Dörfern unterscheiden. Schönes und gepflegtes zu finden, ist abseits der Highlights für Touristen oftmals echt schwierig.

Wir verzichten darauf, hier Fotos zu veröffentlichen. Uns liegt daran, das Problem zu erwähnen, es aber nicht zu plakatieren.

Alle Bilder von Griechenland Teil II

 

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