Kroatien
Two in a box Logo klein
Two in a box Logo klein
two in a box schriftzug

Wir fuhren in Kroatien zu unserem ersten Ziel, den Plitvicka Seen. Diese liegen etwas im Landesinneren. Nachdem wir die Istrische Halbinsel bereits gequert hatten, ging es noch ein paar Kilometer an der Kroatischen Küste bis auf Höhe der Insel Krk entlang um dann Richtung Nord-Osten zum Nationalpark Plitvicka Seen abzuzweigen.
Die Fahrt dorthin führt uns zum ersten mal durch Kroatisches Hinterland. Schnell ist die touristisch ausgebaute Küstenregion verlassen und das Hinterland beginnt. Hier spürt man den Jugoslawien Konflikt als wäre er erst gestern zu Ende gegangen. Die Mehrzahl aller Häuser sind zerstört, mit Einschusslöchern übersät und die ganze Region scheint weitestgehend verwaist. 
Wir sind durch Dörfer gefahren, wo von ca. 200 Häusern vielleicht noch gerade 10 bewohnt waren. Auch ist diese Region noch mit Landminen überzogen, ein bewegen abseits der Hauptverkehrsrouten ist nicht ratsam. Wir hatten uns eine Karte mit den aktuellen Minengebieten besorgt. Die Touristenziele Plitvicka-Seen und die Krka-Wasserfälle waren anscheinend stark umkämpft.
Es gibt auch viele noch nicht ganz fertiggestellte Neubauten. Hier haben wir erfahren, das viele dieser Häuser von Serben gebaut wurden und durch die Vertreibung nicht mehr fertiggestellt wurden. Diese Häuser werden wohl aber niemals von Kroaten bewohnt werden. Der Krieg hat die unter Jugoslawien vereinten Völker schon sehr weit voneinander entfernt. Was wir sahen, ist bestimmt nur ein kleiner Bruchteil davon, was allen Völkern und Ländern in Ex-Jugoslawien widerfahren ist.

2275 HR Krka Wasserfälle2265 HR Krka Wasserfälle

Aber nun zu etwas Schönerem: Bei den Plitvicka Seen merkt man heute von den Konflikten der vergangenen Jahre nichts mehr. Hier läuft der Tourismus auf Hochtouren. Das Gebiet des Nationalparks ist riesig, wenn man von der Küste kommt, muss man es erst zu zwei Drittel umfahren, bevor man an die zwei möglichen Eingänge kommt.
Wir wählten den unteren Eingang, da man dann den Großteil des Wanderweges bergauf gehen muss. Wir gehen lieber bergauf als bergab. Bergab gibt es dann eine Bimmelbahn, die uns wieder zum Ausgangspunkt zurück bringt. Es gibt mehrere unterschiedlich lange Touren, wir entschieden uns für die Zweit längste, die ca. 5-6 Stunden dauert.

2249 HR Plitvicka Seen2250 HR Plitvicka Seen

Es sind 10 Seen, die über natürlich gebildete Staudämme miteinander verbunden sind. Die Staudämme verändern sich ständig, so dass im Laufe der Zeit immer wieder neue Wasserfälle und Seen entstehen. Das Naturschauspiel soll einzigartig sein, wobei wir später an den Krka-Wasserfällen eine sehr ähnliche Umgebung und Natur vorfanden.
Aber hier nun ein paar Bilder von den Plitvicka Seen:

 2211 HR Plitvicka Seen2212 HR Plitvicka Seen

2216 HR Plitvicka Seen2223 HR Plitvicka Seen

Über die großen Seen gibt es eine Fährverbindung, sonst wäre die Tour nicht in 5-6 Stunden machbar sein.

2225 HR Plitvicka Seen2228 HR Plitvicka Seen

2252 HR Plitvicka Seen2254 HR Plitvicka Seen

Abends und nach 5 Stunden waren wir schon ziemlich müde, wollten aber schon mal ein paar Meter in Richtung der Krka-Wasserfälle fahren. die Campingplätze um die Seen waren alle voll belegt, aber nur ein paar Kilometer weit weg, waren wir ganz alleine auf einem riesigen Campingplatz. der nach ein bisschen Verhandeln um fast 10 Euro günstiger war. Tags drauf sind wir dann auf kleinsten Landstraßen zu den Krka-Wasserfällen gefahren. Uns bot sich ein noch schlimmeres Straßenbild als schon auf dem Weg zu dem Plitvicka-Seen. Erst kurz vor den Krka-Wasserfällen sah man wieder renovierte und bewohnte Häuser. Wir kamen am späten Nachmittag gegen 16:00 Uhr dort an, es reichte aber noch um die nur zwei Stunden lange Tour um die Wasserfälle zu gehen. Zuerst geht es mit dem Bus von der Hochebene ca. 5km bergab zu den Wasserfällen, dann kann man auf einem Holzpfad die Wasserfälle aus nächster Nähe betrachten. Wie gesagt, eine gewisse Ähnlichkeit zu den Seen vom Vortag ist nicht zu übersehen, Die Plitvicka Seen bestehen aus großen Seen und kleinen Wasserfällen, die Krka-Wasserfälle aus großen Wasserfällen und kleinen Seen.
Im großen und Ganzen war es eine schöne Tour, grade richtig für einen Nachmittag in einer sehr schönen Natur.

2278 HR Krka Wasserfälle2283 HR Krka Wasserfälle

2287 HR Krka Wasserfälle2294 HR Krka Wasserfälle

2284 HR Krka Wasserfälle2292 HR Krka Wasserfälle

Was wir leider nicht wussten war, dass es in den Seen unterhalb der Wasserfälle erlaubt war zu baden. Bei den Plitvicka-Seen war dies überall verboten, hier aber erlaubt. Schade, da hätten wir doch gerne mitgemacht.

Am nächsten Tag sind wir weiter nach Sibenik, dem Küstenort unterhalb der Krka-Wasserfälle. Wir konnten dort aber keinen schönen Campingplatz finden, so sind wir dann auf der Küstenstraße einfach weiter Richtung Süden. Hier gibt sich ein Campingplatz dem Nächsten die Hand, also genug Auswahl. Viele der Campingplätze sind aber für unsere Wuchtbrumme zu klein. Das mussten wir aber erst mal schmerzlich erfahren, als ein Platzwart eines recht nett gelegenen Campingplatzes meinte “Das geht schon”. Nach gefühlten 1000 mal rangieren war dann klar “Das geht nicht”. Beim Verlassen des Platzes kam dann auch die Bestätigung. Ich fuhr um einen großen Baum herum, musste aber gleichzeitig schon wieder korrigieren, ein Treppenaufgang zu einem Haus stand im Weg. Beim Korrigieren reichte es für den Batteriekasten dann um 1cm nicht mehr. Aber wenn 10 Tonnen auf 1cm einwirken, wird selbst der 4mm starke Stahlblechkasten gefaltet wie Nichts. Von 10 Befestigungsschrauben rissen 8 Stück ab. Die geschweissten Bügel rissen mehrfach ein und einmal ganz ab. Die Schlösser lagen irgendwo völlig verbogen am Boden.

Aber zum Glück hatte der doch recht stabile Kasten die Batterien geschützt, das komplette Innenleben war noch völlig in Takt. Nach der Schadensbesichtigung sicherten wir den Kasten mit Spanngurten. So konnten wir wenigstens wieder weiterfahren. Wir fanden dann ein paar Kilometer weiter in der Nähe von Trogir einen ebenfalls schönen, aber viel größeren Campingplatz, bei dem wir ohne tausend-mal rangieren einen Platz bekamen. Am nächsten Tag versuchte ich mit dem Werkzeug, das wir dabei hatten, den Schaden erstmal ein wenig selbst zu reparieren. Aber der Schaden war doch größer, hier war schweres Werkzeug und vor allen Dingen ein Schweißgerät gefragt. Da es Wochenende war, haben wir uns entschlossen dieses am Campingplatz zu verbringen und am Montag eine Werkstatt zu suchen. 
Wir genossen den schönen Strand und sind am Samstag mit einem kleinen Wassertaxi nach Trogir gefahren. Uns sagte die Stadt Trogir bis dato nicht viel und wir überlegten, ob es ein paar Cafes und Restaurants geben wird. Die gab es und das in Mengen in einer wunderschönen Stadt, die auf einer kleinen Insel liegt. Wie wir erfuhren, ist Trogir sogar als UNESCO Weltkulturerbe eingetragen. Was für eine Überraschung. Wir blieben dann ziemlich lange und hatten zum Abendessen gegrillten Fisch. Lecker!

2315 HR Trogir

2318 HR Trogir2321 HR Trogir

2328 HR Trogir2329 HR Trogir

Am Montag ging es dann auf die Suche nach einer geeigneten Werkstatt und der erste Versuch war gleich ein Volltreffer. Zwischen Trogir und Split fanden wir eine Autowerkstatt. Wir fragten den Besitzer, ob er Deutsch oder Englisch kann und er antwortete im besten Deutsch “Wo fehlt´s denn?”. Nach kurzer Erklärung, was passiert war, meinte er dann trocken “fahrt ihr öfter Bäume um?” Natürlich konnte er uns helfen und den Kasten so gut wie geht ausrichten und schweißen. Wir sollen in zwei Stunden wieder da sein, dann hat er Zeit. Mit umgerechnet 20 Euro pro Stunde und geschätzten zwei Stunden hält sich der Aufwand auch in Grenzen.

Um die Wartezeit zu überbrücken, fuhren wir auf die schnelle noch nach Split, parkten dort im Hafenbereich und sahen uns die Altstadt an. Hier blieb uns aber nicht mal mehr als eine Stunde. So waren wir so schnell unterwegs, dass wir sogar den Fotoapparat vergessen hatten. Sorry, von Split gibt es einfach keine Bilder. Der Teil der Altstadt, den wir gesehen haben war sehr schön, ansonsten ist Split eine große Industrie- und Hafenstadt.

Dann ging es wieder zurück zur Werkstatt, wo wir auch gleich loslegten, Mit schwerem Gerät (Seilwinde, Wagenheber, Vorschlaghammer) haben wir uns dann lautstark an das Ausrichten des Batteriekastens gemacht. Der Kasten ist aber so verzogen, dass immer nur eine Seite passte. Wir haben uns dann auf ein “so passt´s schon” geeinigt, soweit, dass mindestens die Tür wieder zugeht und abgeschlossen werden kann. Dann noch die Schrauben zur Aufhängung ersetzt und die Aufhängungsbügel geschweißt. Nach dreieinhalb Stunden waren wir dann fertig, dreckig und schweißgebadet. Schön, dass das Ganze dann umgerechnet nur 70 Euro gekostet hat und wir nun ohne Weiteres weiterfahren können.

 2334 HR Autoreparatur bei Split2333 HR Autoreparatur bei Split

2335 HR Autoreparatur bei Split2336 HR Autoreparatur bei Split

Abends um 18:30 Uhr sind wir dann von der Werkstatt weitergefahren, sind aber nur noch ein paar Kilometer bis hinter Split gekommen. Dort haben wir einen günstigen Campingplatz direkt an der Straße gefunden. Für eine Nacht war das ganz ok. Aber siehe da, der kleine Campingplatz hatte einen wunderschönen Strand, den wir am nächsten Tag gleich für ein morgendliches Bad nutzten.

 2338 HR Küste bei Split 2337 HR Küste bei Split

Wir sind mal etwas früher aufgestanden, um den ganzen Tag als Fahrtag zu nutzen. Das Ziel war Dubrovnik und das ist noch über 200km weit entfernt. 200km mit unserem Bummer heißt mindestens 5-6 Stunden Fahrzeit, plus Campingplatz suchen, so geht der ganze Tag schon mal drauf. Hier noch ein paar Bilder von der Fahrt auf einer sensationellen Küstenstraße. Das Fahren hat viel Spaß gemacht, wenn auch der eine oder andere Moment mit etwas Kribbeln im Bauch versehen ist. Vor allen Dingen die Außenkurven ohne Böschung und 200m darunter direkt das Meer sind fast wie Achterbahnfahren.

2343 HR Küste bei Split2344 HR Küste bei Split

2348 HR Küste bei Split2356 HR Küste bei Split

Der erste Campingplatz direkt in Dubrovnik entpuppte sich als viel zu teuer. Obwohl schon Nebensaison wollten sie über 30 Euro die Nacht. Das war indiskutabel. Der nächste Campingplatz war ca. 7km von der Stadtgrenze entfernt, hatte aber laut Campingführer eine Bootsverbindung in die Stadt und kostete grade mal ein Drittel. Perfekt.

2363 HR Mlini2370 HR Mlini

Zum Strand gelangte man über eine lange Treppe. Unten war dann ein kleines Dorf mit einem ebenso kleinen Hafen, von dem aus die Boote mehrfach am Tag nach Dubrovnik starten. Dieses Angebot haben wir auch gleich am nächsten Tag genutzt und haben uns nach Dubrovnik schippern lassen.

2385 HR Dubrovnik2386 HR Dubrovnik

Aber auch hier ist der Krieg nicht spurlos vorbeigegangen, ganz im Gegenteil. Obwohl die Stadt seit langem UNESCO Weltkulturerbe ist, wurde sie wie keine zweite Stadt beschossen. Zweidrittel der Stadt wurde beschädigt oder gar zerstört. Nach dem Krieg machte man sich zwar in Rekordgeschwindigkeit an den Wiederaufbau, aber die Narben des Krieges sind überall sichtbar.

2436 HR Dubrovnik2460 HR Dubrovnik

Wir hatten an dem Tag fast 34 Grad und in der Stadt staute sich die Hitze bis zum Umfallen. Alles scharte sich um die Brunnen der Stadt, manche haben dort richtige Waschungen vorgenommen.

2411 HR Dubrovnik2462 HR Dubrovnik

Die Stadt ist wunderschön und vieles ist repariert oder neuaufgebaut worden. Am besten kann man die ehemals beschädigten Häuser von oben erkennen, da sie mit neuen Dachziegeln eingedeckt sind. Zwei Drittel der gesamten Altstadt wurde 1991 beschädigt, da findet man nur noch vereinzelt alte Dacheindeckungen. 

2458 HR Dubrovnik2459 HR Dubrovnik

Aber hier noch ein paar der vielen Highlights der Stadt.

2389 HR Dubrovnik2390 HR Dubrovnik

2394 HR Dubrovnik2410 HR Dubrovnik

Am späteren Nachmittag haben wir dann den obligatorischen Rundgang auf der Stadtmauer unternommen. Der Rundgang dauert normalerweise drei Stunden, wir sind nach zwei Stunden bereits wieder runter, da es vor Hitze und ohne sich vor der Sonne schützen zu können einfach nicht länger machbar war.  Der Ausblick ist allerdings jede Strapaze wert.

2427 HR Dubrovnik2454 HR Dubrovnik

2456 HR Dubrovnik2448 HR Dubrovnik

Rasten ist dann notwendig, mit einem etwas ungewöhnlichen Liegestuhl aus Holz und Stein sowie Eiskaffee.

2409 HR Dubrovnik2426 HR Dubrovnik

Aber hier kommt das Foto-Highlight des Tages, Caro beim Shoppen:

2423 HR Dubrovnik

 

Alle Bilder von Kroatien

 

website design software
[Home] [Aktuell] [Reiseberichte I] [Reiseberichte II] [Slowenien] [Kroatien] [Montenegro] [Albanien] [Mazedonien] [Griechenland I] [Griechenland II] [Fahrzeug] [Freunde] [Gästebuch] [Impressum]