Montenegro
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Kaum in Montenegro angekommen, hat uns schon eine Unsitte getroffen, die ich nur aus früheren Reisen von Nordafrika her kenne: Kinder schmeißen mit Steinen nach den Touristen.  Das ist das erste mal, dass uns dies auf unserer jetzigen Reise passiert und hoffentlich auch das letzte mal, da man sich kurz nach der Grenze nicht unbedingt sehr willkommen fühlt.
Ansonsten hatten wir den Eindruck, dass Montenegro unbedingt nach der Europäischen Union strebt. Sie haben vor fünf Jahren den Euro als Zahlungsmittel eingeführt, alle Autokennzeichen haben bereits das Eurokennzeichen, man liest überall etwas mit EU. Wir hatten allerdings auch den Eindruck, dass das Land gegenüber Kroatien noch einen großen Aufholbedarf hat und Kroatien ist noch nicht mal in der EU.

Der Lebensstandard ist wohl nicht sehr hoch, sehr viele Häuser sind nicht verputzt, nicht fertiggestellt, oder gleich gar nur eine weitere Neubau-Ruine. Diese Neubau-Ruinen gibt es zu Hauf, warum auch immer. Die Mehrzahl aller Autos sind mit Sicherheit mehr als zwanzig Jahre alt. Hier überwiegen noch VW Golf und Opel Kadett der ersten Generation. Soweit aber alles nicht tragisch, aber das Land scheint im eigenen Müll zu ertrinken. War der Süden von Kroatien schon nicht sonderlich gepflegt und voll mit Müll an den Straßenrändern, so ist es hier nochmals eine kräftige Steigerung. Hier fährt man andauernd an selbst definierten Müllkippen vorbei. Hier gibt es entlang der Straßen bald keinen Fleck mehr, der nicht mit Müll zugeladen ist. Völlig unverständlich ist darüber hinaus, dass selbst die Strände in den Badeorten mit Müll übersät sind. Hier liegen Autowracks neben Schiffswracks, neben Unmengen an Plastik-Müll einfach am Badestrand rum, ohne das sich jemand daran stört. Unbegreiflich wie man seine eigene Umgebung und Umwelt nur so schändlich behandeln kann.

Der Badeort Sutomore machte auf uns einen ordentlichen und quirligen Eindruck. Letzteres stimmte auch. Allerdings ordentlich ist etwas anderes, als selbst bei den großen Hotels die Leuchtreklame herunter gebrochen war und die Hotelanfahrt wohl seit Jahrzehnten nicht fertiggestellt worden ist.

Aber der Reihenfolge nach: Nach der Grenzüberquerung und den ersten fliegenden Steinen fuhren wir im nächsten Ort erst mal zum Geldautomaten um uns wieder mit Euros zu bestücken. Große Tankstellen und große Einkaufsläden bestimmten hier das Straßenbild. Hier ist es günstiger zum Tanken und Einkaufen als in Kroatien. Weiter im Landesinneren hatten wir weder solche großen Tankstellen noch solche Einkaufszentren mehr gesehen.
Wir sind dann als nächstes an der Küste entlang zu dem einzigen Fjord des Mittelmeers gefahren, um dort den wunderschönen Ort Kotor anzuschauen. Wir hatten schon von der schönen Altstadt gelesen und dass hier viele Mittelmeer-Kreuzfahrtschiffe anlegen. Dem war auch so, neben ein paar Luxusyachten waren hier auch gleich mehrere Kreuzfahrtschiffe vor Anker. Darunter auch ein sehr sc

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höner Viermast-Segler.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die kleine Stadt Kotor zeigte sich von seiner schönsten Seite und ist nicht minder als im Buch beschrieben. Hier ein paar Eindrücke:

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Oberhalb der Stadt gibt es eine große Befestigungsanlage mit einem Zugang von der Altstadt aus.

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Wir sind ein oder zwei Stunden durch die kleine Stadt gegangen, die durch die vielen kleinen Gassen und sehr schönen gepflegten Häuser besticht. Entgegen den oben genannten Müll-Problemen, hier keine Spur. Wir hoffen, dass das Beispiel in Montenegro Schule macht.

Danach fuhren wir dann entlang der Küste weiter, auf der Suche nach einem Campingplatz. Diese sind in Montenegro sehr rar gesät, so dass die Suche mal wieder mehrere Stunden in Anspruch genommen hat. Camping scheint auch hier (noch) nicht populär zu sein. Nach langem Suchen haben wir dann mit viel Glück einen eingezäunten Platz mitten in dem Küstenort Sutomore gefunden. Wenn nicht ein finnischer Camper bereits dort gestanden hätte, wir hätten es wohl auch nie als Campingplatz identifiziert. Aber wir hatten Glück und das finnische Camperpaar hatte uns sofort weitergeholfen und den Besitzer per Handy angerufen. Der kam auch gleich ein paar Minuten später und gab uns einen Schlüssel zum Platz für 10 Euro die Nacht. Die Ausgehmeile war gleich direkt im Anschluss, was sich aber später Nachts als großer Nachteil herausstellte, da der Discolärm bis in die Morgenstunden mehr als gut hörbar war. Aber unser Auto, wenn alle Fenster zu sind (schwitz), schottet den Lärm gut ab und lässt einen dann doch noch ganz gut schlafen.

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Auf der Ausgehmeile hatten wir dann die positiven Seiten von Montenegro kennengelernt: ein Eiskaffee, ein Cappuccino und ein Mineralwasser sowie ein unbegrenzter  Internetzugang für zusammen 4,50 Euro ist wohl kaum zu schlagen. Aber irgendwie kam bei uns kein so richtiges Wohlbehagen auf.

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Unterwegs hatten wir noch diese Insel entdeckt, die heute komplett als Hotelanlage dient. Sehr spektakulär!

Am nächsten Tag ging es dann schon in Richtung albanischer Grenze. Caro hatte schon, nach den Erzählungen von Marc über die albanische Grenzregion, ein ungutes Gefühl. Ganz geheuer war mir auch nicht, aber erst mal sehen. Wir nehmen ja nicht den Grenzübergang an der Küste, sondern einen kleinen weiter nördlich in den Bergen gelegenen.

Die Anfahrt zur Grenze gestaltete sich aber schon etwas abenteuerlich. In der letzten Stadt in Montenegro wollten wir unsere Lebensmittelvorräte noch mal auffüllen. Beim Suchen nach einem Supermarkt hätte ich beinah einen mit seiner Kelle heftig winkenden Polizisten umgefahren. Meine Aufmerksamkeit galt gerade der Suche nach einem entsprechenden Geschäft auf der anderen Straßenseite. Caro schrie, ich machte eine Vollbremsung, der Polizist war aber über meine Fahrweise wohl nicht sehr erfreut. Barsch fragte er nach den Papieren und unserer Tachoscheibe. Papiere waren kein Problem, aber die Tachoscheibe. Wir haben keine, obwohl unser Tacho natürlich dafür ausgerüstet ist. Klar, war ja mal ein LKW, aber jetzt als Wohnmobil brauchen wir die Tachoscheibe nicht mehr. Der Polizist meinte, vielleicht in Deutschland, nicht aber so in Montenegro. Nach weiteren barschen Wortwechseln und ein beharren meinerseits darauf keine Tachoscheibe zu benötigen, dachten wir schon, er möchte einfach nur etwas Geld abkassieren. Aber siehe da, wir konnten plötzlich ohne wenn und aber weiterfahren.

Nach dem anschließenden Beruhigen im Supermarkt machten wir uns an die letzten Vorbereitungen vom Fahrzeug. Alle Fenster und Türen verschließen (normalerweise sind unsere Fenster während der Fahrt auf Lüftungsstellung und die Türen sind nicht verschlossen), herrichten von kleinen Geschenken für die Kinder wie Stifte, Schlüsselanhänger oder Guttis, jetzt waren wir  bereit für die Grenze.

Die Grenzstraße hatte für uns schon einen kleinen Vorgeschmack parat, was uns auf Albanischer Seite erwarten würde. Zuerst kamen wir durch eine Gegend, wo die Felder links und rechts der Straße wie ein Hochsicherheitsbereich  eingezäunt und gesichert waren. Dahinter waren aber keine Militäranlagen, sonder Weinstöcke und andere Obstsorten angebaut. Hier wird wohl der Obstanbau stark bewacht. Sieht ziemlich erschreckend aus, wenn man Obst so einzäunen muss. Dann kam ein großer so Art Flohmarkt, bei dem aber alles mehr oder weniger direkt im Dreck lag. Auch ziemlich gespenstisch.

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Und dann kamen die letzten Kilometer der Grenzstraße, Die Straße war weitestgehend abgebrochen, sprich schlicht und ergreifend nicht vorhanden, oder mit Geröll übersät, ging steil bergauf und war zu allem Überfluß nur so breit wie eine Fahrspur. Hierüber geht eine der Hauptverbindungsstraßen nach Albanien. Wow!
Bei jedem Gegenverkehr, heißt es erst mal Vollbremsung, dann ewig weit bis zur nächsten Ausweichmöglichkeit zurücksetzen und das ganze noch am Berg, also links steil bergauf, rechts steil bergab. Wir hatten das Pech, dass unser Gegenverkehr mit Sattelschleppern weit größer waren als wir und wir auf der rechen Straßenseite waren, also an der wo es dann mal gleich einige Meter bergab geht. Da lagen dann auch schon ein paar Autos unten, da galt es schon extrem aufzupassen, beim Rückwärtsfahren. So eine Situation konnte dann auch schon mal etliche Minuten dauern. Leider gibt es vor lauter Streß in solchen Situationen keinen mehr der Fotos macht, wenn sie im Nachhinein auch noch so interessant wären.

Aber einem Mercedes, dem guten Stern auf allen Straßen (und auch abseits davon), kann ja nichts passieren. Hier die entsprechende Reklame

 
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Alle Bilder von Montenegro:

 

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