Norwegen
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Wir fuhren über das bekannte Skigebiet Are (Ore gesprochen) von Schweden nach Norwegen. Hier kommt man über die E14 auf kurzem Wege von Sundsvall, Schweden nach Trondheim, Norwegen. Also von der Ostsee-Küste zur Nordsee-Küste. Hier erhofften wir uns dann doch mal ein paar Elche, aber leider Fehlanzeige. Wir spotteten schon über Verkehrswarnschilder, dass die nur dazu da sind, dass man sich vorstellen kann, wie die Tiere in Echt aussehen. Na ja, vielleicht wird´s ja noch. Aber bis jetzt...nix. 

Norwegen begrüßte uns mit Temperaturen um die Null-Grad und heftigen Regen, Sturm und Mautstellen. Fing nicht gut an, aber wir blieben hoffnungsvoll und als wir dann in Trondheim ankamen machte der Himmel die Schleusen endlich wieder zu und wir konnten im Trockenen den ersten Rundgang durch die Altstadt machen.

In zwei Tagen ist Sonnwend und wir wollten die Feier in einem kleinen Ort miterleben, Trondheim ist aber doch wesentlich größer als wird dachten, mal schaun was wir draus machen.
Aber zunächst war die nächste Aufgabe, ein Büro von Hurtigruten und anderen Reedereien zu finden, um uns zu erkundigen, welche Möglichkeiten es gibt, Richtung Süden nach Alesund oder Bergen mit dem Boot zu fahren. Unsere Idee war, dass wir dem UHU ein paar Tage Pause gönnen und ihn nicht Bergauf und Bergab über die Fjorde jagen, sondern mit einem Boot die Küste und Fjorde entlang fahren. Wir liefen das ganze Pier in Trondheim ab und suchten irgendwelche hilfreiche Informationen oder Ticketbüros. Fanden jedoch nichts. Hier muss man schon genau wissen, mit was man wohin fahren will und geht dann einfach an Bord und zahlt dort, aber vorab eine Auskunft zu bekommen ist wohl etwas schwierig. Leider war das, was wir dann am nächsten Tag letztendlich herausfanden einfach zu teuer. Eine Fahrt mit Hurtigruten von Trondheim nach Bergen und zurück kostete ca. 1500,- EUR für uns zwei. Das war zuviel. Wir fanden dann aber doch noch eine kürzere und wesentlich günstigere Lösung, dazu später mehr.  

0601 Trondheim Lagerhäuser0605 Trondheim alte Brücke

Meinen (Caro´s) Geburtstag begannen wir mit Ausschlafen und einer schönen Stadterkundungstour. Ich hab mir sogar einen Friseur gegönnt. Und Abends waren wir lecker in einem klitzekleinen Lokal essen. Das Lokal war im Oma´s-Stil eingerichtet. Es gab keinen gleichen Tisch und Stuhl. Jedes Ding ein Unikat. Die Speisekarte war auf tausend Zetteln in einem der Fenster ausgehängt und an den Wänden viele alte Bilder. Sehr schön und romantisch. Bestellt wird an der Theke und bezahlt wird auch gleich. Etwas ungewohnt für uns. Auch das Essen war super lecker, aber wie für Norwegen eher normal eben halt etwas (sehr) teuer.

0616 Trondheim Geburtstag Caro0615 Trondheim Geburtstagsrestaurant

In Trondheim steht die nördlichste Kathedrale der Welt, der Nidarosdomen, die zwischen 1100 und 1300, also in über zweihundert Jahre gebaut wurde. Wann sie genau fertig wurde ist allerdings nicht bekannt. Interessant ist auch, dass die Figuren auf der Frontseite (meist Bischöfe) der eine oder andere seinen Kopf in der Hand hält - der hat wohl was falsch gemacht (vielleicht die Bauzeit überschritten). Aber ein sehr beeindruckendes Bauwerk. Auch und gerade wenn man sich vorstellt, dass z. B. München zu dieser Zeit noch gar nicht gegründet war. 

0609 Trondheim Nidarosdomen0610 Trondheim Nidarosdomen

Nachdem wir nicht von Trondheim mit den Hurtigruten fahren werden und für das Midsommernachtsfest eigentlich einen kleineren Ort wollten, entschlossen wir uns weiter nach Kristiansund zu fahren. Auf dem Weg dorthin hat unser UHU die 100.000km Marke überschritten. Und das ohne jedes Problem! Abgesehen von den unterschiedlichsten Geräuschen, bei denen ich immer wieder erschrecke und den undichten Stellen, wo doch der eine oder andere Tropfen Öl rauskommt. Aber er fährt wunderbar.

 
0618 UHU hat 100000 km
In Kristiansund angekommen, hatten wir uns einen Campingplatz nahe der Stadt herausgesucht, bei dem sich gleich bei der Ankunft herausstellte, dass hier heute Abend Midsommernacht gefeiert wird, oder wie es in Norwegen richtig heißt, SanktHansAften gefeiert wird. Wir waren Glücklich nicht mehr lang nach einem Fest suchen zu müssen, so kam das Fest quasi zu uns. Auch nicht schlecht. Wie sich jedoch herausstellte, war das Fest wohl mehr für Kinder, Bier oder Wein war tabu. Wir ließen unsere Bierdosen erst mal in der Tasche, füllten sie dann aber doch noch in neutrale Aluflaschen um. Lange hat es eh nicht gedauert, da es nicht mal eine Stunde nach Beginn zu Regnen begann und richtig kalt wurde. Wir konnten gerade noch unser Fleisch grillen und das Sonnwendfeuer anschauen.

 0626 Kristiansund StHansAften0627 Kristiansund StHansFeuer

Am nächsten Tag ging es zu Atlantikstraße, zu der ich (Tom) unbedingt wollte. Ich hatte bereits einiges darüber gelesen und ein paar fantastische Bilder gesehen. Uns wurde allerdings von einem freundlichen Landy-Fahrer abgeraten, das Ganze sei viel zu teuer und den Preis nicht wert. Ich wollte mich aber auf diese Einschätzung nicht verlassen und mir selbst ein Bild machen. Also zahlen und durch. Im wahrsten Sinne des Wortes. Es ging gleich zu Anfang durch den neu gebauten Atlantiktunnel, Geärgert haben wir uns schon mächtig, dass vor dem Tunnel kein Hinweis auf eine Gebührenpflicht steht und schon gar nicht wieviel, sonst würde wahrscheinlich dort wirklich keiner mehr fahren. Also 430 NOK entspricht ca.55 EUR für eine einfache Durchfahrt ist schon ziemlich happig. Aber ich hätte die Straße nicht missen wollen. Hier ein paar Eindrücke.

 0628 Atlantikstrasse0635 Atlantikstrasse

0659 Atlantikstrasse0663 Atlantikstrasse Kleiner Fischerort

Für solche schöne Landschaft kann man schon mal ein paar Euro´s mehr ausgeben, oder?

Zwischenzeitlich hatten wir uns den Fahrplan von Hurtigruten besorgt, aus dem wir eine günstige Möglichkeit herausgefunden haben doch noch ein paar Seemeilen mit den Schiff die schönen Fjorde Norwegens zu bereisen. Eine Tour von Alesund geht in den Geiranger-Fjord und zurück nach Alesund. Nachdem dies nur eine Tagestour von 9:30 bis abends um 19:00 Uhr ist, brauchten wir keine Kabine auf dem Schiff und brauchten somit nur ein Tagesticket an Bord zu kaufen. Die Kosten hierfür sind mit 100,- EUR pro Person auch überschaubar. Der Geiranger-Fjord gilt als die Perle der Norwegischen Fjords und den wollten wir uns nicht entgehen lassen. Am nächsten Tag sind wir entsprechend früh aufgestanden, aber es war richtig schlechtes Wetter. Also nicht gerade ideal für einen Schiffsausflug. Also wieder hinlegen und auf den nächsten Tag warten, irgendwann muss es ja besser Wetter werden. Und es wurde besser! Der beste Tag seit Wochen, strahlender Sonnenschein, keine Wolke am Himmel und für Norwegen auch mit knapp 20 Grad auch einigermaßen warm. Wie sich später herausstellte hatten wir riesig Glück mit diesem Tag, denn es wurde bereits am Nachmittag wieder schlecht Wetter und dies hielt dann auch wieder an. Aber jetzt zum Geiranger-Fjord. Man fährt von Alesund durch mehrere Fjorde bis man nach ca. vier Stunden dann am Geiranger ankommt. Es ist schon atemberaubend, wie sich die Fjorde hier in die Landschaft gebohrt haben. Hier geht es von Meereshöhe auf über 2000 Meter hoch. Wir konnten die ganze Hinfahrt auf dem Sonnendeck verbringen, Caro hat die Sonne genossen und ich hab 1000 Fotos gemacht. Am Ende des Fjordes liegt der Ort Geiranger, den wir dann am nächsten Tag mit dem UHU anfahren wollen, um den Fjord auch noch von der Landseite und natürlich auch von hoch oben anschauen möchten.

Hier ein paar Bilder von Alesund, einer schönen kleinen Stadt, bekannt für die schönen Jugendstilhäuser, die nach einem Brand der die ganze Stadt zerstörte und in nur drei Jahren wieder aufgebaut wurden.

0688 Alesund Altstadt vom Aksla0689 Alesund Altstadt vom Aksla

0668 Alesund Altstadt0691 Alesund Blick vom Aksla

Aber jetzt ein paar Fotos vom Geiranger-Fjord (mehr natürlich, wie immer unten beim Fotolink):

0697 Geiranger Hurtigrutentour0704 Geiranger Hurtigrutentour

0710 Geiranger Hurtigrutentour0731 Geiranger Hurtigrutentour0726 Geiranger Hurtigrutentour0742 Geiranger Hurtigrutentour

Und am nächsten Tag mit dem UHU von oben:

0765 Per Auto zum Geiranger0759 Per Auto zum Geiranger

Wir hatten uns dann direkt an der Zufahrt zum Ort Geiranger einen Stellplatz gesucht, bei dem den ganzen Tag direkt vor unserer Schnauze die dicken Kreuzfahrtschiffe im Fjord anlegten. Ab und zu konnte man meinen, dass sie bei unserem UHU festmachen wollen. Abends hatten drei große Kreuzfahrtschiffe mit je mindestens 10 Decks, ein Hurtigrutenschiff und ein Fährschiff  direkt vor uns festgemacht. Das war schon ein großes Schauspiel und sieht dann so aus:

 0766 Geiranger Stellplatz am Wasser0767 Geiranger Stellplatz am Wasser

0773 Geirangerfjord0778 Geirangerfjord

Am darauffolgenden Tag fuhren wir dann weiter zu dem größten Gletschergebiet auf Europas Festland, dem Jostedalsbreen. Genauer gesagt sind wir zum Briksdalsbreen, einem Seitenarm. Auf dem Weg dahin mussten wir unseren UHU von Meereshöhe auf weit über 1000 Meter bringen. Das spannende daran ist, dass die Höhenunterschiede meist nur mit einem Pass, also auf kürzestem Weg erreicht wurden. Ein Pass von 0m auf 1000m und wieder auf 0m. Das ist mit einem 12 Tonnen LKW mit nur 170PS (das ist das gleiche Leistungs/Gewichtsverhältnis wie bei einem 34PS Fiat Panda) schon sehr spannend, vor allen Dingen die 12 Tonnen bergab im Zaum zu halten. Es ging aber alles wunderbar. Bergauf waren es teilweise halt nur 15-20km/h, bergab auch nicht schneller. So bekommt man bei einer Tagesfahrt mit 10 Stunden doch auch schon mal 150km zusammen. Aber es macht richtig Spaß, vor allen Dingen, wenn eine Kehre nach der anderen kommt, die Straße so breit ist wie unser Auto und dann noch der Asphalt ausgeht und wir auf Schotter unterwegs sind. Dann fühlen wir uns so richtig wohl. Zum Glück nehmen fast alle anderen die Abkürzung mit den (gebührenpflichtigen) Tunnels, somit war auf dem Pass nichts los, ab und an mal ein entgegenkommendes Auto, das halt dann schon mal eine längere Strecke zurücksetzen muss.....wenn wir vor ihm stehen.

0788 Pass über Geiranger0790 Pass über Geiranger

 Die Bilder oben sind vom 1. Juli, also eigentlich Hochsommer, bei 0 Grad, Regen und Nebel.

Von unserem nächsten Campingplatz konnte man direkt zum Gletscher sehen (das Foto ist keine Fotomontage).

0792 Briksdal Gletscher0794 Briksdal Gletscher

0795 Briksdal Gletscher0796 Briksdal Gletscher

Zum Gletscher selbst war es dann nur noch eine Stunde Fußmarsch und schon konnte man Millionen Jahre altes Eis in den Händen halten

0798 Briksdal Gletscher0802 Briksdal Gletscher

Unser Campingplatz hatte sogar eine Sauna, wegen der wir extra einen Tag länger blieben. Zum Abkühlen gehts dann direkt in den Fluß unterhalb dem Wasserfall.

0813 Briksdal Gletscher u einer der schönsten Campingplätze0815 Briksdal Gletscher

Noch ein Video vom Wasserrfall 

Hier noch ein paar Fotos von einem der schönen (Schotter) Pässe:

0824 Strynefjellpass0831 Strynefjellpass

Skifahrer waren auch noch ein paar unterwegs. Wir haben alles mit dabei, aber an die Ski haben wir nicht gedacht.

0826 Strynefjellpass Skigebiet0828 Strynefjellpass

Norwegen verabschiedete uns mit gigantischen Wasserfällen überall und für die Gegend typische Stabkirchen:

0842  Breidal Wasserfall0845 Stabkirche

Wir fuhren über Lillehammer, dem Skiort von der Winterolympiade 1994 (machten dort unsere Mittagspause), wieder in Richtung Stockholm, Schweden.
Caro hatte beim Klettern aus dem Bett einen Fehltritt gemacht und sich dabei einen Rückenwirbel verrenkt. Die Schmerzen waren so schlimm, dass wir noch in Alesund ins Krankenhaus gefahren sind. Dort gab man ihr aber nur Schmerzmittel und meinte, das wird schon wieder in zwei, drei Wochen. Nachdem aber nach einer Woche keine Besserung in Sicht war, beschlossen wir, unsere Tour in den Norden nicht mehr fortzusetzen, sondern zurück nach Stockholm zu fahren, dort einen Chiropraktiker zu suchen und nach erfolgreicher Behandlung dann mit der Fähre weiter nach Helsinki, Finnland zu fahren. Wenn man so ein Rückenproblem hat, ist Kälte wie Gift, also heißt es für uns möglichst bald in wärmere Regionen zu reisen.

PS: Kurz nach der Grenze zu Schweden, haben wir dann doch noch zwei Elche am Straßenrand gesehen. Unsere ersten Zwei! Für die Kamera aber etwas zuweit weg.

Alle Bilder von Norwegen

 

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